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Malzfabrik-Nachrichten im Überblick

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Algenreaktor
Freitag | 22. September 2017
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Algenreaktor

Erstmals ausgestellt wurde der Algenreaktor in 2016 im Rahmen des GASAG Kunstpreises. Nun ist der Reaktor zu Testzwecken als Biotop für Chlorella und Spiruliana-Algen inmitten der freien Wand im Park installiert worden. Ursprünglich wurden in der Anlage biolumineszierende Algen gezüchtet. Jetzt sind die Grünalgen als Testreaktor mit einem Doppelrohrsystem an der Wand angebracht und sprießen innerhalb von wenigen Wochen durch Sonnenlicht empor. Noch ist die hochkonzentrierte Masse nicht zu erkennen, doch mittels einer Pumpe werden die Algen umgewälzt und gedüngt, sodass in Kürze die Wand erblühen wird. Sobald sie ausgewachsen sind, werden die Grünalgen abgelassen, von überschüssigem Wasser getrennt und zu hoch konzentriertem Pulver verarbeitet.

 

Algen werden in der Pharma-, Nahrungsmittel-, Kosmetik- und Energieindustrie vielfach eingesetzt und bringen zu zahlreichen globalen Fragen neuartige Lösungsansätze. Auch als Architekturelement erhalten die Reaktoren mehr Interesse, um Fassaden gestalterisch aufzuwerten sowie zur sinnvollen Ausnutzung von Lichtverhältnissen. Denn durch mechanische Impulse können die Algen zum Leuchten gebracht werden. Im Austausch mit der Berliner Architektin Ivy Fiebig dient der Reaktor als Diskussionsgrundlage und Experimentalsystem für neue modulare Konzepte für die Gestaltung von Wohnräumen.

 

Der auf der Malzfabrik installierte Algenreaktor stammt aus der Kooperation von Andreas Greiner und MINT Engineering. Andreas Greiner ist Mieter eines Künstlerateliers auf der Malzfabrik und beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit den Fragen des Lebens, der Natur und deren Phänomene als Prozess. Aktuell ist er Visit-Stipendiat der der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft, von der das Projekt mitgetragen wird. Der Park hat mit dem Reaktor einen weiteren Blickpunkt erhalten und erfreut sich bald an leuchtenden Algen.